HR IV – Schefflenztal: Kitzrettung 2024
Nach mehrmonatiger Eiruhe ist es demnächst soweit: Die Setzzeit des Rehwildes steht unmittelbar bevor. Junghasen, am Boden brütende Vögel und vor allem Rehkitze suchen besonders im Frühjahr Schutz im hohen Gras – eine lebensgefährliche Kinderstube, da dieser Zeitraum und die Mahd, also der erste Grasschnitt der Landwirte, sich überschneiden.
Zudem fehlt den Kitzen in ihren ersten Lebenstagen der Fluchtinstinkt. Nachdem die Geiß ihr Junges abgelegt hat, entfernt sie sich zur Nahrungssuche, sodass der Nachwuchs quasi schutzlos ist. Die Tatsache, dass die kleinen Tiere im hohen Gras kaum zu sehen sind, erschwert das Ganze zusätzlich. So kommt es leider oft vor, dass Kitze bei der Grasernte ausgemäht werden und verenden.
Moderne Technik im Einsatz
Um dies zu verhindern, sind demnächst wieder ehrenamtliche Kitzretter unterwegs. Während früher örtliche Jagdpächter die Wiesen mit Jagdhunden abliefen, steht dem Hegering IV seit 2024 eine Drohne mit Wärmebildkamera zur Verfügung. Dadurch können viel größere Areale in deutlich kürzerer Zeit abgesucht und erheblich mehr Kitze gerettet werden.
"Der frühe Vogel fängt nicht den Wurm, sondern rettet das Rehkitz."
Bereits um vier Uhr morgens beginnen die Jäger und freiwilligen Helfer mit dem Überfliegen der gemeldeten Wiesen. Hierbei ist eine rechtzeitige Absprache zwischen Landwirt und Jägerschaft entscheidend für den Erfolg.
Engagement und Ausbildung
Die Drohnentechnik wurde aus privaten Mitteln unter dem Initiator Stefan Moser angeschafft und von der Kreisjägervereinigung Mosbach bezuschusst. Das aktuelle Team besteht aus sieben Jägern und zwei Privatpersonen, die in Schulungen speziell für diesen Einsatz ausgebildet wurden.
Helfen Sie mit!
Gerne würden wir unser Kitzrettungs-Team verstärken. Interessierte Freiwillige dürfen sich gerne melden.
Kontakt: Werner Wilhelmi – info(at)rehkitzrettung-schefflenztal.de
So funktioniert die Rettung
Der Drohnenpilot überfliegt die Wiese systematisch in etwa 50 Meter Höhe. Eine weitere Person verfolgt den Flug auf einem Monitor. Wird ein Kitz lokalisiert, kann es durch einen Helfer sicher geborgen werden. Diese hocheffiziente Art der Rettung wird mittlerweile auch durch wissenschaftliche Studien (u.a. Universität für Bodenkultur Wien) bestätigt.

















