Zusammenfassung der Mitgliederversammlung am 13. April 2013 in Binau Teil IV

Teil IV der Zusammenfassung

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Forderung des LJV zur geplanten
Novellierung des Landesjagdgesetzes
1. Grundsätze
- Beibehaltung getrennter Rechtskreise von Jagd-, Naturschutz- und Tierschutzrecht
- Erhaltung des Reviersystems
- Jagdrecht als Teil des Eigentumsrechts

2. Praxisgerechte Umsetzung des EGMR- Urteils im Bundes- oder Landesrecht

3. Waidgerechtigkeit und Hege
- Begriff der Waidgerechtigkeitbeibehalten; er ist ein traditioneller, sondern ein dynamischer Begriff
- Fortentwicklung des Hegebegriffs:
-- Hege umfasst Biotophege und Wildhege, sie verwirklicht Ziele des Tier- und Naturschutzes
-- Hegeverpflichtung betrifft auch Grundeigentümer und Nutzungsberechtigte

4. Hegegemeinschaften
- Als Körperschaften des öffentlichen Rechts für Rot- und Dammwild
- Unterstützung großräumiger lebensraumbezogener Maßnahmen zur Biotop- und Wildhege für andere Wildarten

5. Abschaffung der eigenständigen Jagdverwaltung für die Eigenjagdbezirke des Landes (§ 39 Abs. 2 LJagdG)

6. Stärkung des Kreisjagdamtes als Kollegialregion

7. Erweiterung der Liste der dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten
- Waschbär, Marderhund, Nutria (von DVO in Gesetz!)
- Wolf
- Mink, Goldschakal
- Rabenvögel (Krähen, Elstern, Eichelhäher)

8. Jagdzeiten
- Einführung einer Jagdzeit für Gänse (Grau- und Kanadagans, Nilgans, Rostgans) – Jagdzeit wie Bundesjagdzeiten-VO
- Jagdzeit auf den Dachs: Jungdachse ab dem 1. Juni, Altdachse 1.7.- 31.12.
- Unterbrechung und Ende von Jagdzeiten bei Schalenwild
-- Jagdende am 15.1 für widerkäuendes Schalenwild
-- keine Bewegungsjagden während Zeiten witterungsbedingter Nahrungsknappheit
- Ringel- und Türkentauben
Jagdzeit ab 1. September
- Rotwild:
1..5.-31.5. Schmaltiere und Spießer,
1.8.-15.1. alles Rotwild

9. Rotwild
- Aufhebung der Rotwildgebiete
- Bewirtschaftungskonzepte für Rotwildlebensräume
- Verbot der Nachtjagd

10. Wildschaden
- Einführung einer Wildschadensausgleichskasse
- Aufhebung der Ersatzpflicht für Wildschäden in Weinbergen und bei Energiepflanzen
- Obliegenheiten für Land- und Forstwirtschaft zur Verminderung und Vermeidung von Schäden
- Ausschuss der Ersatzpflichtigkeit von Bagatellschäden als Ausdruck der Sozialbindung

11. Tierschutz
Ausbildung und Prüfung von Hunden
- Schwarzwildübungsgatter
- Lebende Ente (Stuttgarter Vereinbarung)
- Schliefanlagen
- Hasenspur
- Federwild
Einführung einer Wildfolgeregelung für Nachsuchengespanne, die von einer Vereinigung der Jäger nach dem Vorbild der LJV-Nachsuchenvereinbarung anerkannt sind

12. Wildschutz
- Schutz des Wildes vor schädlichen und rechtswidrigen Einwirkungen und Gefahren

- Schutz bestandsbedrohter Wildarten (z.B. Auerwild)
- Schutz des Wildes vor Futternot (Wildfütterung)

Fütterungspflicht bei witterungsbedingter Nahrungsknappheit:
- Ethisches Gebot im Rahmen des Tierschutzes
- Leistung der Jäger für die Gesellschaft, Wild vor dem Hungertod zu bewahrenErhaltung Fütterungsrecht (1.12. und 31.3.):
- artgerechte Fütterung als Reaktion auf Habitat-Defizite und notwendiges Instrument zur Wildlenkung und damit zur Verhütung von Wildschäden

Zulässige Futtermittel
- alle artgerechten natürlichen heimischen Futtermittel, nach Wildarten differenziert
- Schutz vor übermäßiger Beunruhigung durch Freizeitaktivitäten abseits von Wegen
Beschränkungen des freien Betretungsrechts
- bei witterungsbedingter Nahrungsknappheit
- während der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeiten
- insbesondere durch Wegegebot und Leinenzwang

13. Entbürokratisierung
- Landesweite Einführung der Rehwildbewirtschaftung ohne behördliche Abschussplanung (RobA)
- Übernahme von Aufgaben, die mit jagdlichen Beurteilungen verbunden sind, z.B.

-- Bestätigung Jagdaufseher durch den LJV
-- Anerkennung der jagdlichen Ausbildungsstätten

14. Sonstiges
Abschaffung der Rechtsgrundlage zur Erhebung einer Jagdsteuer in § 10 Kommunal-abgabengesetz
Leitlinien des Landesjagdverbandes für ein praxisgerechtes Landesjagdgesetz

Der LJV strebt auf der Basis fachlich gesicherter, insbesondere wildbiologischer und jagdwissenschaftlicher Erkenntnisse sowie der Berücksichtigung lebensräumlicher Gegeben-heiten und des Tierschutzes ein ideologiefrei formuliertes und hinreichend differenzierendes Landesjagdgesetz an. Das Landesjagdgesetz muss eine tragfähige Grundlage für ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Jagd- und Wildtiermanagement darstellen.

Es hat alle arteigenen Ansprüche der Wildarten zu umfassen und diese mit den unterschiedlichen Nutzungsinteressen der Menschen an den Wildtierlebensraum abzuwägen. Das Landesjagd-gesetz dient dem Erhalt der Biodiversität, wahrt Belange des Tier- und Naturschutz und ermöglicht die Gewinnung hochwertiger Lebensmittel und Wildprodukte.

Ziel ist eine Beschränkung der gesetzgeberischen Regulierung auf ein notwendiges Maß. Die Eigenverantwortung der jeweiligen Betroffenen ist durch jagdpraktisch umsetzbare Gesetzes-bestimmungen zu stärken. Dadurch wird die gesellschaftliche Akzeptanz von Jagd und Jägern gewährleistet und von bürokratischem Ballast befreit.

Schießstand Osterburken  

Die KJV Mosbach und Buchen betreiben den gemeinsamen Schießstand in Osterburken. Diesen erheblichen Vorteil gegenüber anderen Kreisvereinen sollten wir nutzen, um unsere Waffen regelmäßig zu überprüfen und unsere Schießfertigkeit zu üben. Das Wild dankt es uns. Der Kugelstand steht jedem Mitglied der KJV Mosbach kostenlos zur Verfügung. Für das jagdliche Schießen ist bei der Anmeldung lediglich der Jagdschein vorzulegen. Für einen geringen Unkostenbeitrag kann auch der Tontauben- und Kipphasenstand benutzt werden. Die Fertigkeiten in Trapp- und Skeetschießen können somit ebenfalls verbessert werden. Die Keilernadel, die zwischenzeitlich als Nachweis der Schießfertigkeit bei vielen Drückjagdeinladungen gefordert wird, kann in Absprache mit der Standaufsicht jederzeit bei den öffentlichen Schießterminen erworben werden. Wir würden uns freuen, wenn auch Sie unseren Schießstand regelmäßig nutzen würden

Vorbereitungskurs zur Jagdprüfung

Die gemeinsame Jagdschule der KJV Mosbach und Buchen „Jagdschule Neckar- Odenwald der KJV Mosbach und Buchen e.V.“ bietet auch dieses Jahr wieder einen Ausbildungskurs zur Vorbereitung der Jägerprüfung an. Der Kurz beginnt im Herbst 2013 und endet im Frühjahr 2014 mit den abschließenden Prüfungen. Die Jagdschule bietet eine sehr gute und qualifizierte Ausbildung, die es ermöglicht, über Jägerprüfung den Jagdschein zu erlangen. Anmeldungen können über die Geschäftsstellen der KJV Mosbach und KJV Buchen vorgenommen werden. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

Vermeidung von Wildunfällen

Um zukünftig in den verkehrsträchtigen Bereichen unserer Reviere weniger Wildunfälle zu haben, wird sich die KJV Mosbach gemeinsam mit dem Landratsamt des NOK dafür einsetzen, dass in diesen Bereichen Wildwarnreflektoren angebracht werden. Die Kosten eines Wildwarnreflektors belaufen sich auf € 5 – wobei durch das Landratsamt des NOK eine Bezuschussung von 50% in Höhe von € 2,50 erfolgt. Dieser Betrag sollte jedem Jagdausübungsberechtigten die Vermeidung von Unfallwild wert sein, da nachweislich die Unfallrate um über 70% rückgeht und somit ein erheblicher Wildbretverlust vermieden werden kann.